Spenden
Mitglied werden
Transparenz
Patenschaft

„Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“

– aus Afrika

Aktuelles

27.09.2021 – Reisetagebuch 6: Highlight meines Aufenthalts in Nawanyago

Florian hat uns diese Woche folgenden Bericht übermittelt:

“Am Sonntag fand das Highlight meines Aufenthalts in Nawanyago statt. Die 44 Patenkinder unseres Vereins waren zu einem Treffen in das Health Centre unter Corona-Bedingungen eingeladen und fast alle kamen! Zu Beginn bekam jedes Kind eine medizinische Maske aus Tusiima-Spenden überreicht und natürlich fand alles im Freien statt, zum Glück ohne den Dauerregen der letzten Tage.

Mein Ziel war es möglichst viele Patenkinder kennenlernen zu können und für die Kinder begann ein äußerst aufregender Nachmittag. Egal, ob 5 Jahre oder 19 Jahre, Junge oder Mädchen, alle hatten große Freude über die verschiedenen Aktivitäten des Nachmittags. Viele Kinder freuten sich über Briefe ihrer deutschen Paten, alle erhielten einen Tusiima-Button und manche bekamen endlich auch ihre Luci, eine Solarlampe überreicht. Jeder der 5 Jungs unter den Patenkindern erhielt einen Fußball und ist damit ab sofort der Held in seinem Freundeskreis. Die notwendige Ballpumpe wird künftig im Tusiima-Büro aufbewahrt. Für die allermeisten Kinder und Jugendlichen war es auch das erste Mal im Leben überhaupt, dass sie ein “Soda”, also Fanta, Cola, Sprite, zu trinken bekamen! Einer Familie in Nawanyago ist es in der Regel finanziell nicht möglich, seinen Kindern für umgerechnet 25 Cent ein solches Getränk zu kaufen, da das wenige zu Verfügung stehende Geld für wichtigere Ausgaben verwendet werden muss.

Krönender Abschluss war dann die offizielle Eröffnung der ersten Leihbücherei mit 8 Büchern, die man künftig im Tusiima-Büro bei Julia ausleihen kann. So etwas gibt es im weiten Umkreis von Nawanyago bisher nicht und natürlich wurden alle Bücher sofort ausgeliehen!

Viele, viele Fotos wurden gemacht und auch ein paar kurze Videos als Grußbotschaften an die Paten gedreht. Da die Internetverbindung aufgrund der Regenzeit in Nawanyago derzeit sehr schlecht ist, gibt es Fotos und Videos erst nach meiner Rückkehr zu sehen.

Auch für mich kaum zu glauben, wie schnell die letzten 7 Wochen vergangen sind und nun schon meine letzte Woche in Uganda anbricht, bevor es nächsten Samstag wieder nach Hause geht.”

Soweit der Bericht von Florian. Wir möchten bei den kommenden Aufenthalten in Uganda den Bestand der Leihbücherei deutlich ausbauen. Wer also gebrauchte englischsprachige Bilderund Kinderbücher zu Hause und dafür keine Verwendung mehr hat, darf sich gerne bei uns melden! Entweder per Mail an vorstand@tusiima-nawanyago.eu oder telefonisch unter 07267319. Herzlichen Dank im Voraus.

20.09.2021 – Reisetagebuch 5: Arbeiten und organisieren in Nawanyago – oder wenn 24 Stunden am Tag nicht ausreichen

Der neueste Bericht von Florian aus Nawanyago hat uns erreicht:

„Seit ich letzten Sonntag am späten Nachmittag in Nawanyago angekommen bin, sind meine Tage restlos ausgefüllt. Neben der Arbeit im medizinischen Bereich mit Teilnahme an der Visite, Teilnahme an der Ambulanzsprechstunde jeden Morgen und der Anleitung des Personals bei Notfällen, um unseren ausgebildeten Notfallpflegern Jacob und Ben Praxiserfahrung zu geben, beansprucht die Vereinsarbeit für Tusiima den allergrößten Teil meines Tages.

Da ich so viele Dinge gleichzeitig am Laufen habe, hier nur in Kurzform ein kleiner Überblick über die Aktivitäten der letzten Woche:

  • Die Ambulanz/Notaufnahme wird derzeit durch den örtlichen Bauunternehmer umgebaut.
  • Der Rettungswagen wurde durch den örtlichen Schlosser nach meinen Angaben umgebaut, um künftig u.a. den Rettungsrucksack sicher aufbewahren zu können.
  • Die neue Waschmaschine ist inzwischen angeschlossen, selbst getestet und funktioniert einwandfrei, auch wenn sie nach deutschen Vorstellungen etwas merkwürdig aussieht, da sie zwei Trommeln – für Waschen und Schleudern – hat.
  • Zusammen mit Julia habe ich die komplette Vereins-Buchhaltung des laufenden Jahres geprüft.
  • Es fanden mehrere Treffen bezüglich unserer Registrierung als NGO (Nicht-RegierungsOrganisation) in Uganda statt, mit einem Anwalt sowie zwei potentiellen Aufsichtsratsmitgliedern.
  • Das weitere Vorgehen bezüglich der halbjährlichen Besuche von Mr. Mudiima bei den Patenkindern und ihren Familien wurde besprochen, um einen aktuellen Überblick über die persönlichen Verhältnisse/ den Gesundheits- und Entwicklungsstand der Patenkinder zu bekommen. Nächstes Wochenende soll dann ein großes Patenkinder-Treffen im Health Centre stattfinden.
  • Und dann habe ich mich noch mit meinem guten Freund Alex, zum erfolgreichen Abschluss seiner von uns seit 2013 finanzierten Aus-/Fortbildungen, getroffen. Alex ist jetzt registrierter Krankenpfleger und hat eine Anstellung in einem Krankenhaus in Jinja gefunden.

Außerdem kam unser Schul-Patenkind Sam am Dienstag mit Asthma-typischen Atembeschwerden ins Health Centre. Im Gegensatz zu Deutschland ist es in Uganda leider nicht möglich, diverse Untersuchungen, die bei uns in so einem Fall Standard sind, durchzuführen, um zu prüfen, ob es sich wirklich um Asthma handelt. Außerdem hat man in Uganda ganz viele der Medikamente, die bei uns zur Standardbehandlung gehören, nicht oder sie sind nur sehr eingeschränkt verfügbar, weshalb seine Behandlung auch ganz anders ablief als in Deutschland. Wichtig ist auf jeden Fall, dass es ihm deutlich besser geht. Im November
wird er sich auf nochmals unseren deutschen Ärzten, die ehrenamtlich in Nawanyago arbeiten werden, vorstellen. Außerdem wollen wir versuchen, ein geeignetes Asthma-Medikament in Uganda zu beschaffen. Die Behandlung von Sam hat umgerechnet rund 20 Euro gekostet und wurde komplett von Tusiima Nawanyago e.V. im Rahmen seiner Schulpatenschaft übernommen. Sams Eltern haben kein Geld, um die Behandlung ihres Kindes bezahlen zu
können.

Mein wichtigster Termin der letzten Woche war jedoch am Freitag mit Architekt Grace, der unsere „Vision 2025“, die Erweiterung des Krankenhauses, plant und später die Bauleitung übernehmen soll. Mit ihm bin ich nochmals die Pläne durchgegangen und habe nach Konsultation mit vielen unserer im Medizinbereich tätigen Freunde, letzte Änderungen vorgenommen (siehe beiliegendes Foto).

Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich diesen Entwurf als am besten geeignet für Nawanyago und seinen Weg vom Health Centre III zu IV. Natürlich haben wir noch nie einen OP gebaut, doch glaube ich, dass wir hier einen echten Meilenstein für Nawanyago vor uns haben“.

Der Erweiterungsbau des Krankenhauses mit OP und Labor wird laut aktuellen Kostenvoranschlag 100. 000 € kosten, weshalb wir zur Finanzierung auch Ihre Unterstützung benötigen!

Wir bitten Sie deshalb recht herzlich um eine Spende auf unser Konto IBAN DE08 6205 0000 0000 5030 26 bei der KSK Heilbronn.

Wenn Sie bei der Überweisung Ihre Adresse angeben, erhalten Sie automatisch eine Spendenbescheinigung zugesandt.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und bleiben Sie gesund!

14.09.2021 – Reisetagebuch 4: Abschied von Kitovu und Fahrt durchs halbe Land 

Aufgrund des verdienten Urlaubs der Lektorin gab es letzte Woche keinen Rundbrief, diese Woche jedoch hier die heißesten Infos aus Uganda:

Die letzte Woche in Kitovu stand ganz im Zeichen der von mir durchgeführten Fortbildung zum Thema „Notfallmedizin“, vor der ich besonders nervös war, da ich sie vor allen Koryphäen des Krankenhauses gehalten habe, inklusive der kompletten Ärzteschaft. Da das System zur Ersteinschätzung, welches wir in Deutschland schon seit vielen Jahren anwenden, sich in Uganda auch in einem so großen Krankenhaus wie dem Kitovu Hospital noch nicht durchgesetzt hat, war das Interesse riesig. Es kamen insgesamt über 50 Zuhörer! Das alles hat mich dazu veranlasst, am Mittwoch noch zusätzlich ein praktisches Training zu veranstalten, das mit über 20 Personen auch sehr gut besucht war.

Der Donnerstag und Freitag standen dann auch ganz im Zeichen des Packens und des Abschieds, was unter anderem daran lag, dass es am Mittwoch angefangen hat zu regnen und bei Regen deutlich weniger Patienten das Krankenhaus aufsuchen, und stattdessen die Felder zu bestellen. Am Freitag wurde mir zu Ehren ein „Farewell-Lunch“ veranstaltet, zu dem die Nonnen und die Verwaltungsspitze eingeladen waren. Wie für eine ugandische „Function“ (offizielle Veranstaltung) üblich, gab es eine „Master of Ceremonies“, die durchs Programm führte, viele sehr lange Reden sehr wichtiger Leute, Unmengen an Essen und ein Geschenk für den Ehrengast, in meinem Fall ein maßgeschneidertes Shirt (siehe Foto).

Am Samstag habe ich mich dann mit unserem bewährten Fahrer Sam, im Hauptberuf Elektriker, auf den Weg gen Osten Richtung Nawanyago gemacht und unterwegs natürlich Sister Angela in Kampala „aufgesammelt“. Auf der großen Shoppingtour in Kampala haben wir dann mit fachmännischer Hilfe von Sam außerdem in einem der drei großen Supermärkte von Kampala eine Waschmaschine für das Health Center gekauft, eine absolute Sensation für Nawanyago. Endlich wird im Krankenhaus eine hygienisch einwandfreie Wäsche möglich sein. Elektriker Sam und Klempner Dan werden diese Woche für den richtige Installation sorgen. Für die Patenkinder wurden verschiedene Bücher für die unterschiedlichen Altersgruppen als Grundstock für eine kleine Leihbücherei gekauft. Künftig sollen sich die mittlerweile 44 Patenkinder im Tusiima-Büro Bücher ausleihen können. Nicht zu vergessen: die heiß begehrten Fußbälle waren auch im Einkaufswagen!

Auf Bitte unserer Freunde von Aqua Pura gab es am Sonntag noch einen Stopp in einem Krankenhaus in Mukono. Dort gibt es auch eine Entkeimungsanlage von Aqua Pura, die aufgrund mangelnder fachgerechter Betreuung jedoch keine guten Ergebnisse liefert. Wir haben also in Mukono gezeigt, wie das Wasser auf verschiedene Keime getestet wird und haben anschließend den dortigen Verantwortlichen zum Training mit nach Nawanyago genommen.

Während der langen Fahrt über das Wochenende bin ich gefühlt 10 Jahre gealtert, was an den ugandischen Straßen liegt. Vor allem auf den großen Highways des Landes und in der Hauptstadt Kampala gilt das Recht des Stärkeren, es wird kreuz und quer ohne Rücksicht auf das eigene Leben und das seiner Passagiere gefahren und es gibt unzählige, wahnsinnig nervige „Speed Humps“ in der Konfiguration 2 kleine, 4 kleine und ein großer, die in beliebiger Reihenfolge nacheinander geschalten werden.

Am Sonntag am späten Nachmittag haben wir dann endlich Nawanyago erreicht – fast 3 Jahre sind coronabedingt seit meinem letzten Besuch vergangen! „Mein“ Zimmer hat einen sensationellen Umbau erfahren – mit Waschbecken, Dusche und WC – ein kaum vorstellbarer Luxus, wenn man bedenkt, wie es bei meinem Freiwilligenjahr 2012 ausgesehen hat. Gestern wurde es von mir dann noch vollends ausgestattet, mit Kissen, Ventilator, Wasserkocher und Mehrfachstecker. Ein sehr anstrengendes Wochenende wurde nach großem Willkommen in Nawanyago dann mit der ersten warmen Dusche überhaupt, die nicht aus einer Solardusche als Provisorium kam, abgeschlossen, sehr angenehm!

01.09.2021 – Reisetagebuch 3: Erste Fortbildung für ugandische Rettungsdienstcrew gehalten

Die letzten beiden Wochenenden bin ich zwischen dem Kitovu Hospital und dem ca. 20 km entfernten Villa Maria Hospital gependelt. Beide Krankenhäuser werden von den Bannabikira Sisters geführt und bestehen bereits seit 1902 (Villa Maria) bzw. 1906 (Kitovu). Das Villa Maria liegt außerdem in direkter Nachbarschaft von Bwanda, dem Stammsitz der Bannabikira Sisters. In Villa Maria sind zwei ehemalige deutsche Rettungswagen stationiert. Sie bilden mit vielen weiteren Standorten in Süd- und Westuganda den ersten ugandischen Rettungsdienst. All das wurde und wird durch die Ugandahilfe Verl e.V. gestiftet, per Container nach Uganda verschifft und dort unterhalten. Mit deren Gründer und erstem Vorsitzenden Thomas Pankoke habe ich seit ein paar Monaten
Kontakt. Von dem Team und den RTWs dort weiß ich schon viel länger, da die dortige Organisatorin Sr. Goretti zusammen mit Sr. Angela bei den Bannabikira Sisters aufgenommen wurde. Da Sr. Angela mich als Referenten für Notfallmedizin in allen „Health Units“ der Diözese Jinja angekündigt hat, reifte in mir die Überlegung, als Probelauf in Villa Maria eine Fortbildung zu halten. Nach kurzer Rücksprache mit Thomas Pankoke und Sr. Goretti wurden die Fortbildungen diese beiden Wochenenden geplant.

Das Team in Villa Maria hatte auch schon früher Fortbildungen durch deutsche Freiwillige und schon einiges an Vorkenntnissen, jedoch fehlt den einzelnen Mitgliedern durch die geringe Anzahl an Einsätzen pro Mitarbeiter, die notwendige Routine. Alles in allem waren es jedoch zwei wunderbare Wochenenden mit einem hochmotivierten Team und ich hoffe, dass jeder zumindest ein bisschen was mitnehmen konnte und dadurch die Patientenversorgung hier weiter verbessert wird.

Was meine Famulatur in Kitovu angeht, habe ich mich dazu entschieden, die verbleibenden zwei Wochen weiterhin in den Stationen Innere Medizin und Ambulanz zu arbeiten und nur an einzelnen Tagen noch in anderen Disziplinen wie der Chirurgie und der Geburtshilfe vorbeizuschauen. Wie bereits berichtet, kann ich besonders in den Spezialsprechstunden sehr viel lernen. Außerdem habe ich vergangene Woche die Gelegenheit genutzt, einer großen und interessanten OP beizuwohnen.

Noch ein kleiner Vergleich mit Deutschland, wo das Wetter die letzten Wochen ja anscheinend keineswegs sommerlich war: Die Stadt Masaka liegt auf einer Meereshöhe von 1288 m, es herrscht seit meiner Ankunft eine konstante Tagestemperatur von 26° C. Das Einzige was stört, ist die permanente Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 %, was dazu führt, dass der Muzungu ständig verschwitzt ist, weil wir diese Luftfeuchtigkeit einfach nicht gewohnt sind.

23.08.2021 – Reisetagebuch 2: Erste Arbeitswoche geschafft!

Meine erste komplette Famulaturwoche ist geschafft! Seit meinem ersten Tag im Kitovu Hospital bin ich im Gebäude OPD/Medical eingeteilt, also in der Notaufnahme/Innere Medizin. Notaufnahme ist in Uganda anders als bei uns, da Ugander das Konzept „Hausarzt“ nicht kennen. Man geht bei sämtlichen
gesundheitlichen Problemen ins nächste Krankenhaus, wenn man das Geld dazu hat.

Das führt zur absurden Situation, dass einerseits die Wartebänke mit Menschen mit alltäglichen Krankheiten vollsitzen, andererseits auch, wie gestern Mittag, die Schwingtüre aufgehen kann, es heißt „Omusawo jangu“ (Doktor/“Healthworker“ komm) und man steht vor 2 Autos, die insgesamt 5 durch einen LKW-Unfall schwerverletzte Patienten bringen, wie ich sie in Deutschland schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen habe. Aber auch das treibt einen Ugander nicht dazu an, sein Arbeitstempo in irgendeiner Weise zu verändern. Das Video der Rettungsaktion war dennoch sehr eindrücklich, es zeigt 20 Passanten/Ersthelfer, wie sie den LKW, in/auf dem die 5 saßen, anheben, um einen, der darunter eingeklemmt ist, zu befreien.

Ich habe bei meiner Vorstellung im Krankenhaus den Fehler begangen, mich als „5th Year Medical Student“ vorzustellen. Wie mir erst hinterher klar wurde, sind ugandische Medizinstudenten im fünften Jahr schon mit einer vorläufigen Approbation ausgestattet und schmeißen hier, teilweise allein, den Laden. Dementsprechend viel traut man mir hier zu/ wird von mir erwartet, aber ebenso viel lerne ich auch. Zum Beispiel von Dr. Denis, der ohne Ultraschallbild anhand seines Untersuchungsbefundes eine exakte Diagnose des Bauches stellen kann oder von Dr. Kiggundu. Dr. Kiggundu ist „Physician“, also Spezialist für Innere Medizin und kommt jeden Dienstag aus Kampala, um sowohl Visite als auch Spezialsprechstunde zu machen. Bei ihm stehen auch meine „MitPraktikanten“ um 8 Uhr stramm, denn er macht aus der Visite quasi eine Lehrstunde (oder 2 oder 3) „Innere Medizin“, d.h. er fragt bei jedem Patienten Symptome, Verdachts- und Differentialdiagnosen, (Patho-) Physiologie, Medikamente und Leitlinien ab. Wahnsinnig lehrreich, weil es sehr hilft, das Lehrbuchwissen in die Realität zu übertragen, aber auch wahnsinnig anstrengend, so hat jeder von uns 5 Themen, die er bis Dienstag nachgelesen und verstanden haben sollte!

Ein besonderes Highlight der vergangenen Woche war das Wiedersehen mit „Jajja“ (Oma) Sr. Emmanuela! Sister Emmanuela kenne ich bereits seit meinem Freiwilligenjahr 2012. Sie war bis letztes Jahr im Health Centre in Nawanyago und wird im November 91 Jahre alt wird! Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung in Uganda von rund 52 Jahren, eine kleine Sensation. Sie ist immer noch an allem sehr interessiert und hört jeden Abend nach dem Essen im Radio Nachrichten, muss aber direkt davorsitzen, da sie ziemlich schlecht hört und sonst nichts verstehen kann.

Ansonsten esse ich zusammen mit den Sisters weiterhin fleißig Kochbananen (Matooke), Posho (Getreidebrei aus Maismehl), Bohnen und alles was die einheimische Küche halt so hergibt.

16.08.2021 – Reisetagebuch 1: Glückliche Ankunft in Uganda

Unser Ugandabeauftragter Florian Kistler ist am vergangenen Mittwoch nach 19 Stunden Reisedauer sehr müde, aber glücklich in Uganda angekommen.

Hier sein Bericht über die ersten Tage:

Nachdem ich mein komplettes Gepäck, immerhin fast 77 kg, am Flughafen in Empfang nehmen konnte, folgte gleich der erste Schreck: die Immigration Officer hat mir nur ein 30 Tage-Visum in den Pass gestempelt, obwohl mein Online-Visum auf 60 Tage ausgestellt war. Das ist zwar kein Problem, aber trotzdem ärgerlich, weil ich mich nun die nächsten Tage auch gleich noch um die Verlängerung kümmern muss.

Nach einer ersten Nacht im bestens bekannten Airport Guesthouse, ging dann am nächsten Morgen die Fahrt über Kampala nach Masaka, wo das Kitovu Hospital liegt, in dem ich die nächsten 30 Tage eine Famulatur im Rahmen meines Medizinstudiums ableisten werde.

Sister Angela hat es sich nicht nehmen lassen, mich bis nach Masaka zu begleiten, um sicherzustellen, dass auch alles für meine Ankunft vorbereitet ist und ich gut untergebracht bin. Dann die freudige Überraschung: ein eigenes Zimmer mit Dusche und WC! Fließendes Wasser und dies sogar warm, hätte ich nicht zu hoffen gewagt. Seither bin ich wieder voll im ugandischen Leben integriert, als Mahlzeiten gibt es Posho und Matoke und jeden Morgen ist um 8 Uhr Dienstbeginn, wie mir der ärztliche Direktor Alfred auf unserem ersten Rundgang erklärte. Das Kitovu Hospital hat 250 Betten und ist voll ausgestattet zur medizinischen Versorgung der Patienten. Mein Traum ist, dass wir dies eines Tages auch in Nawanyago erreichen werden.

Noch eine kleine Anekdote: Sister Resty, hat ein paar Monate in einem Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen hospitiert und spricht ein bisschen Deutsch. Wir machen uns nun den Spaß, dass sie ein Wort auf Deutsch sagt und ich dann das Wort in der Landessprache Luganda sage, was sie jedes Mal sehr erheitert. Ein Muzungu (=Weißer), der Luganda spricht, einfach zum Lachen!

13.08.2021 – Wir verpflichten uns zu Transparenz!

Transparenz ist uns wichtig. Deshalb haben wir uns der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, kurz ITZ angeschlossen und die Selbstverpflichtungserklärung der ITZ unterzeichnet. Die Unterzeichner der Erklärung verpflichten sich gemäß der Präambel der ITZ nach einem bestimmten Format offen zu legen, welche Ziele ihre Organisation verfolgt, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer darüber entscheidet. Diese Informationen müssen auf unserer Website leicht auffindbar sein und regelmäßig aktualisiert werden. Hier geht es zu unserer Transparenz-Seite.

Die Unterzeichner verpflichten sich zu einer Gemeinwohlorientierung sowie der Achtung der Menschen- und Bürgerrechte.

Wo Engagement für die Gemeinschaft stattfindet, sollte Transparenz gegenüber der Gemeinschaft selbstverständlich sein!

10.08.2021 – Ugandareise im August 2021

76,8 kg Gepäck gehen mit auf die Reise. Und auch das Tusiima-Maskottchen darf wieder mit nach Uganda. Abfahrt heute Nacht 3 Uhr, Abflug 7 Uhr, Ankunft Entebbe 22.30 Uhr.

Unser Uganda-Beauftragter Florian Kistler wird Mitte August nach Uganda fliegen, um dort im Rahmen seines Medizinstudiums eine 30tägige Famulatur in einem großen Krankenhaus in Masaka zu absolvieren. Anschließend wird er in den Osten Ugandas nach Nawanyago weiter reisen um dort 3 Wochen zu verbringen.

Mit auf die Reise gehen u.a. ein komplett ausgestatteter Rettungsrucksack einschließlich Defibrillator, umfangreiches Schutzmaterial für das Personal des Health Centres wie Schutzkittel, Masken und Handschuhe sowie Solarlampen für die neuen Patenkinder. Dies bedeutet alles in allem rund 85 kg Gepäck. Die Kosten für den Transport des Rettungsrucksacks werden von der Fluggesellschaft übernommen, wofür wir uns herzlich bedanken.

Langeweile wird bei Florian in Nawanyago sicher nicht aufkommen; vielmehr wird die Zeit vermutlich nicht für das geplante umfangreiche Programm ausreichen. Florians medizinische Kenntnisse, vor allem bei der Versorgung von Notfällen, sind vor Ort höchst willkommen, da derzeit – wie fast immer – kein Arzt im Nawanyago Health Centre tätig ist. Neben der Mitarbeit im Krankenhaus wird Florian Fortbildungen zu vielen verschiedenen Themen für die dortigen Mitarbeiter durchführen. Auf Bitte von Sister Angela und der Gesundheitskoordinatorin des Bezirks Jinja, wird er zum Thema „strukturierte Notfallversorgung“ vor medizinischem Personal aus ganz Ost-Uganda referieren. Natürlich werden auch Treffen mit allen 44 Patenkindern stattfinden, um sich vor Ort ein Bild über deren persönliche Situation zu machen und den Paten in Deutschland davon berichten zu können. Darüber hinaus nimmt er weitere organisatorische Aufgaben wahr, wie beispielsweise die Vorbereitungen zum Versand eines Containers nach Uganda und Treffen mit den Verantwortlichen zur weitergehenden Planung unseres Projektes „Vision 2025“. Auch erste Gespräche bezüglich unserer Registrierung als NGO in Uganda sind geplant. Natürlich kann alles nur unter dem Vorbehalt stattfinden, dass die Corona-Situation in Uganda dies zulässt.

Den kompletten Uganda-Aufenthalt können Sie über unsere verschiedenen Social Media-Kanäle, unsere Homepage sowie natürlich auch im Gemminger Mitteilungsblatt mit verfolgen.

Anfang Oktober bringt Florian dann hoffentlich viele neue Erfahrungen, Briefe von den Patenkindern und einen Koffer voll mit ugandischem Kunsthandwerk mit nach Hause, das beim Gemminger Weihnachtsmarkt und weiteren Veranstaltungen erneut viele Abnehmer finden soll.

05.05.2021 – Gemeinsame Aktion von Tusiima Nawanyago e.V. und der LandFrauen Gemmingen

DANKE!  –  Stricken für Nawanyago

Herzlichen Dank im Namen von Sister Angela und den Müttern in Nawanyago für die überwältigende Anzahl an gespendeten Söckchen und Mützchen für die neugeborenen Babys des Krankenhauses in Uganda. Im Februar hatten auf Anregung von Tusiima Nawanyago e.V. hin, die LandFrauen Gemmingen zum „Stricken für Nawanyago“ aufgerufen, um so das kleine Krankenhaus im Osten Ugandas bei der Versorgung der jährlich rund 800 Neugeborenen zu unterstützen. Auch die derzeitigen Corona-Bestimmungen hielten die Interessierten nicht davon ab, sich an dieser guten Sache zu beteiligen und so wurde telefonisch, online oder durch Kontakt mit Abstand an der Haustüre besprochen, auf welche Art und Weise man sich einbringen kann.

Vergangene Woche wurden nun als erstes Zwischenergebnis mehr als 450 Baby-Mützchen und 350 Paar Baby-Söckchen an Tusiima Nawanyago e.V. übergeben, viele davon in hübschen Kombisets. Es wurde gestrickt, gehäkelt und genäht – die Kreativität der über 30 Damen und eines Herrn ergab eine unglaubliche Vielfalt an Farben und Formen. Die Herkunftsorte der Beteiligten – neben einigen Frauen aus Gemmingen und Stebbach –  zeigen den großen Bekanntheitsgrad dieser gemeinsamen Aktion, über den sich die beiden Vereine sehr freuen: Crailsheim, Freiburg, Karlsdorf, Recklinghausen, Schnelldorf, Schwaigern, Schwaikheim, Wettringen und natürlich aus vielen Orten des Kraichgaus wie Adersbach, Bauerbach, Hilsbach, Meckesheim, Reihen, Siegelsbach, Sinsheim, Spechbach, Steinsfurt, Sulzfeld, Treschklingen, Waibstadt und Waldangelloch.

Nach der Übergabe wurde spontan beschlossen, sofort ein großes Paket mit Stricksachen auf den Weg nach Uganda zu bringen. Wenn diese Zeilen erscheinen, hat das Paket hoffentlich schon die Zollabfertigung in Deutschland verlassen und ist unterwegs nach Nawanyago.

Die Aktion soll natürlich weitergehen und sobald es die Corona-Situation zulässt, auch in einem gemeinsamen Kaffeenachmittag mit vielen Bildern und Geschichten aus Uganda gewürdigt werden.

Bereits heute allen, auch den zahlreichen Geldspendern, ein ganz großes Dankeschön. Wer sich noch beteiligen möchte, gerne auch mit einer Spende, bitte melden bei den LandFrauen Hanna Reiner, Tel. 07267/1022 und Anni Quednau, Tel. 07267/1279 oder auch per Mail an vorstand@tusiima-nawanyago.eu.

Spendenkonto Tusiima Nawanyago e.V., IBAN DE08 6205 0000 0000 5030 26

24.03.2021 – Materialspende der SLK-Kliniken

Vergangene Woche durften wir die erste Spende an medizintechnischen Geräten der SLK-Kliniken am Plattenwald-Krankenhaus in Bad Friedrichshall abholen.

Ein gynäkologischer Untersuchungsstuhl, zwei Verbandswagen, drei EKG-Schreiber, drei Intensiv-Überwachungsmonitore sowie zwei Erbe-HF-Geräte freuen sich jetzt in Gemmingen auf ihre Verschiffung nach Nawanyago. Für das kleine Krankenhaus in Nawanyago wird dies enorme Verbesserung in der Patientenversorgung bedeuten.

Die Geräte wurden entweder aufgrund ihres Alters oder kleinerer Defekte von den SLK-Kliniken ausgesondert. Die medizintechnische Abteilung am Plattenwald hat die Geräte nun generalüberholt, sodass sie wieder voll funktionsfähig und perfekt für den Einsatz in Uganda geeignet sind. Es fehlen jedoch jeweils die „Patientenkabel“, die von den SLK-Kliniken an neuen Geräten weiterverwendet werden. Wir müssen also für alle gespendeten Geräte mindestens 2 Sätze Kabel beschaffen, da die erforderlichen Ersatzteile in Uganda nicht verfügbar sind. Wir bitten deshalb sehr herzlich um Ihre Spende zur Beschaffung dieser überaus teuren Medizintechnik.

Wenn alles klappt, wollen wir dieses Jahr erstmals einen Container mit Materialspenden nach Uganda verschiffen. Hierzu nehmen wir auch sehr gerne weitere Sachspenden (Medizintechnik, Babyerstausstattung, Brillen, Rollstühle usw.) an, sowie natürlich auch Geldspenden zur Finanzierung des Transports. Wir werden einen Transportkostenzuschuss des Bundesentwicklungsministeriums beantragen, trotzdem müssen wir mindestens 25 % der Transportkosten voraussichtlich selbst tragen.

Unsere Ziele

Förderung der Hilfe zur Selbsthilfe

“Alles was ich da gelernt und gesehen und empfunden habe, das hat mich nicht mehr losgelassen”- Wolfgang Niedecken

Dieser Satz beschreibt ziemlich genau, warum es uns heute gibt:

Nach seinem Abitur leistete Florian Kistler aus Gemmingen zwischen August 2012 und Juli 2013 seinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Nawanyago Health Centre, einem kleinen Krankenhaus zur Versorgung von rd. 20. 000 Menschen. Der Freiwilligendienst erfolgte über das „Weltwärts-Programm” des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durch die Entsendeorganisation ICJA e.V. Der Einsatzort wurde zugeteilt und so landete Florian in dem kleinen Krankenhaus. Dieses Health Centre, ohne fließend Wasser und stabile Stromversorgung, machte Florian schnell klar, dass noch viel mehr Hilfe für Nawanyago und seine Bewohner notwendig ist. Seither stehen wir in engem, regelmäßigem Kontakt mit dem Krankenhaus, seiner Leiterin Sister Angela und vielen Mitarbeitern dort. Nach Initiative im Familienkreis konnten wir, dank vieler kleinerer und größerer Spenden, in den letzten Jahren schon helfen, einiges zu verbessern. Da es immer noch viel zu tun gibt, haben wir uns im Jahr 2017 entschlossen, unseren Verein zu gründen. (siehe Projekte). Was uns antreibt, ist neben den erbärmlichen Lebensumständen besonders die Freundlichkeit und Lebensfreude der dortigen Bevölkerung, die Florian und alle Familienmitglieder, die seither vor Ort waren, mit großer Herzlichkeit aufgenommen haben.

„Freundliche Worte sind leicht, Freundschaft ist schwer“

– ugandisches Sprichwort

Was bedeutet „Tusiima“?

Nawanyago liegt im Osten Ugandas, im Königreich Busoga, einem der fünf großen Königreiche im heutigen Uganda. Der dortige Volksstamm, die Musoga, spricht die lokale Sprache Lusoga (eine gewisse Regelmäßigkeit ist zu erkennen, oder?). Florian hat seit seiner ersten Woche in Nawanyago den Spitznamen “Gabula” nach dem König (“Kyabazinga”) von Busoga, Gabula Nadiope IV. Bei der Suche nach einem Vereinsnamen wollten wir unsere Verbundenheit zu den Menschen mit einem Wort auf Lusoga deutlich machen. So fiel die Wahl auf “Tusiima”, steht auf Lusoga für “Fortschritt”.

Transparenz

Transparenz ist uns wichtig. Wir erfüllen die Anforderungen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ).

Aktuelle Projekte

Unsere Partner

Wir möchten uns bei folgenden Partnern für ihre jahrelange Unterstützung bedanken:

Jetzt unterstützen!
Über Uns
Satzung
Impressum
Datenschutz